Einheitliche Anforderungen für alle Marktteilnehmer

Die PPWR gilt für alle Unternehmen, die Verpackungen in der EU in Verkehr bringen – unabhängig von Größe oder Umsatz. Für mittelständische Industrieunternehmen ebenso wie für Konzerne heißt das:

Zentrale Anforderungen wie Recyclingfähigkeit, Rezyklateinsatz, Kennzeichnung sowie Reporting- und Registrierungspflichten müssen vollständig umgesetzt werden.
 

Hinzu kommen klare Zeitvorgaben:

  • ab August 2026: verpflichtende Anwendung
  • bis 2030: alle Verpackungen müssen recyclingfähig sein
  • 2030 / 2040: steigende Anforderungen an Rezyklatanteile

Spezielle Übergangsfristen gibt es nicht. Alle Unternehmen stehen vor derselben Herausforderung.
 

Verpackung wird zum operativen Thema

Was sich mit der PPWR grundlegend ändert: Verpackung ist nicht länger ein isoliertes Thema für Nachhaltigkeit oder Logistik. Sie wird zu einem integralen Bestandteil der Wertschöpfung, da sie direkt auf zentrale Prozesse wirkt:

  • Produktentwicklung (Materialwahl, Design-for-Recycling)
  • Einkauf (Verfügbarkeit und Bewertung nachhaltiger Materialien)
  • Controlling (Kosten durch Rezyklate, EPR-Gebühren, Mehrweg)
  • Supply Chain (Rückführsysteme, Verpackungslogik)

Die eigentliche Herausforderung: belastbare Verpackungsdaten

Um die Anforderungen der PPWR zu erfüllen, benötigen Unternehmen eine Datentiefe, die heute oft nicht vorhanden ist: Materialzusammensetzungen auf Komponentenebene, Gewichte und Verpackungshierarchien, Rezyklatanteile sowie Zuordnung zu Produkten und Märkten. Diese Daten müssen konsistent im System verfügbar sein – nicht verteilt über Excel, Lieferanteninformationen oder Insellösungen. Denn nur so lassen sich Konformität nachweisen, Berichte erstellen und Kosten steuern.
 

SAP-Lösungen als Basis für die Umsetzung

Im SAP-Umfeld entsteht aktuell ein klarer Lösungsansatz, um die Anforderungen der PPWR systemseitig abzubilden. SAP Responsible Design and Production (RDP) übernimmt dabei eine zentrale Rolle: Verwaltung von Verpackungsstrukturen und Materialien, Unterstützung bei Konformitätserklärungen, Simulation von Design- und Materialänderungen sowie Transparenz über Gebühren und regulatorische Auswirkungen

Ergänzt wird dies durch weitere Lösungen:
 

  • SAP Sustainability Footprint Management zur Bewertung von CO₂-Auswirkungen
  • SAP Sustainability Control Tower für ESG-Reporting und Zielverfolgung
  • SAP Environment, Health and Safety (EHS) für regulatorische Anforderungen

Ein wesentlicher Baustein ist zudem die Einbindung von Lieferanten, etwa über SAP Sustainability Data Exchange, um fehlende Verpackungsdaten strukturiert zu erfassen und nutzbar zu machen.
 

Was jetzt entscheidend ist

Die PPWR ist kein klassisches Compliance-Projekt. Sie zwingt Unternehmen dazu, Verpackung systematisch in ihre Prozesse zu integrieren. 

Der entscheidende Unterschied liegt dabei nicht in der Interpretation der Verordnung, sondern in der Umsetzung: Wo entstehen die relevanten Daten – und wie gelangen sie in die Systeme, in denen Entscheidungen getroffen werden?
 

Fazit

Die Anforderungen der PPWR sind klar definiert. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil entsteht jedoch in der operativen Umsetzung.

Unternehmen, die Verpackungsdaten frühzeitig in ERP, Kalkulation und Produktentwicklung integrieren, schaffen Transparenz und Steuerbarkeit.

Alle anderen reagieren – mit entsprechend höherem Aufwand.