SAP S/4HANA Cloud Public Edition Lizenzierung einfach erklärt
Wer sich aktuell mit SAP S/4HANA Cloud Public Edition beschäftigt, stolpert früher oder später über dieselbe Frage: Wie funktioniert die Lizenzierung eigentlich – und welche Lizenzen werden wirklich benötigt? SAP hat das Cloud-ERP-Lizenzmodell grundlegend überarbeitet. Ziel ist es, die Lizenzierung einfacher, transparenter und besser planbar zu machen. Statt komplexer Berechnungen orientiert sich die Lizenzierung künftig stärker an den tatsächlichen Aufgaben der Anwender.
Warum SAP die Lizenzierung verändert hat
In den vergangenen Jahren empfanden viele Unternehmen die SAP-Lizenzierung als schwer nachvollziehbar. Unterschiedliche Metriken, zahlreiche Lizenzarten und komplexe Berechnungsmodelle sorgten häufig für Unsicherheit.Mit der SAP Autonomous Suite verfolgt SAP deshalb einen anderen Ansatz. Die kommerzielle Struktur wird vereinfacht und stärker an den realen Geschäftsbereichen eines Unternehmens ausgerichtet. Gleichzeitig soll die Einführung neuer Funktionen, KI-Services und zukünftiger Innovationen erleichtert werden.
Was ändert sich bei SAP von FUE zu Per User per Month?
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Lizenzmetrik. Während bisher häufig das sogenannte FUE-Modell (Full Use Equivalent) zum Einsatz kam, setzt SAP künftig auf ein nutzerbasiertes Modell. Die Abrechnung erfolgt nach dem Prinzip „Per User per Month". Für Kunden bedeutet das vor allem mehr Transparenz. Die benötigten Lizenzen können einfacher geplant und den jeweiligen Benutzergruppen leichter zugeordnet werden.
Lizenzierung folgt den Geschäftsprozessen
Ein weiterer wesentlicher Unterschied: Die Lizenzierung orientiert sich stärker an den tatsächlichen Aufgaben der Anwender. Nicht jeder Mitarbeiter benötigt denselben Funktionsumfang. Während Mitarbeitende im Finanzwesen täglich Transaktionen durchführen, benötigen andere Anwender lediglich Genehmigungs- oder Self-Service-Funktionen. Aus diesem Grund definiert SAP verschiedene Benutzerrollen mit unterschiedlichen Berechtigungen. Unternehmen können ihre Lizenzierung dadurch deutlich gezielter an den tatsächlichen Bedarf anpassen.
Bild: SAP Cloud ERP User Types
Der typische Mittelstandsfall
Nehmen wir einen produzierenden Mittelständler als Beispiel:
Die Finanzabteilung bearbeitet Buchungen, Abschlüsse und fährt Auswertungen.
Einkauf und Logistik steuern Bestellungen und Materialflüsse.
Führungskräfte benötigen Berichte und Freigabefunktionen.
Mitarbeitende erfassen Arbeitszeiten oder stellen Beschaffungsanträge.
Die IT entwickelt Erweiterungen und Schnittstellen.
Früher wurden solche Anforderungen häufig über komplexe Lizenzkonstrukte abgebildet. Mit dem neuen Modell können Anwender deutlich einfacher den jeweils passenden Rollen zugeordnet werden.
Welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen?
Die neue Lizenzierungslogik bietet mehrere Vorteile:
Mehr Transparenz Unternehmen erhalten eine nachvollziehbarere Zuordnung zwischen Aufgaben, Berechtigungen und Kosten.
Einfachere Planung Budgets lassen sich leichter kalkulieren, da sich die Lizenzierung direkt an den Benutzerrollen orientiert.
Weniger Komplexität Die Reduzierung unterschiedlicher Lizenzierungsansätze erleichtert die Planung und Verwaltung der SAP-Landschaft.
Bessere Skalierbarkeit Neue Mitarbeitende, Geschäftsbereiche oder Standorte lassen sich einfacher in bestehende Lizenzmodelle integrieren.
Fazit
Die SAP Autonomous Suite verändert die technologische Ausrichtung des Cloud-Portfolios, Per User per Month vereinfacht die Lizenzierung von SAP Cloud ERP deutlich. Für Unternehmen wird die Zuordnung von Lizenzen verständlicher, die Budgetplanung kalkulierbarer und die Skalierung zukünftiger Geschäftsanforderungen einfacher.
Entscheidend bleibt dabei jedoch eine saubere Analyse der Benutzerrollen. Denn nicht die Anzahl der Mitarbeitenden bestimmt den Lizenzbedarf, sondern die Aufgaben, die ein Anwender tatsächlich im System ausführt. Wer diese Rollen frühzeitig definiert, schafft die Grundlage für eine wirtschaftliche und zukunftssichere SAP-Cloud-Strategie. So ermitteln Sie in vier Schritten Ihren Lizenzbedarf:
Aufgaben erfassen
Rollen clustern
Passende SAP Cloud ERP User Types zuordnen
Lizenzbedarf validieren
So entsteht keine pauschale Planung nach Abteilung oder Kopfzahl, sondern eine belastbare Lizenzstruktur auf Basis realer Nutzung, Berechtigungen und Geschäftsprozesse.
FAQ
Welche User Types gibt es in SAP S/4HANA Cloud Public Edition?
SAP Finance Base (FIN Base) ist der Standard-Lizenztyp für Anwender im Finanzbereich. Er deckt die Kernprozesse im Finance-Umfeld ab und bildet für viele Unternehmen den Einstieg in die SAP Cloud ERP Nutzung.
SAP Finance Premium (FIN Premium) richtet sich an Anwender mit erweiterten Anforderungen im Finanzbereich. Zusätzlich sind ausgewählte Funktionen aus den Bereichen Spend Management und Customer Experience enthalten.
Für klassische Logistik-, Produktions- und Supply-Chain-Prozesse steht SAP Supply Chain Base (SCM Base) zur Verfügung. Sie bildet die Kernfunktionen des Supply Chain Managements ab.
SAP Supply Chain Premium (SCM Premium) erweitert den Funktionsumfang von SCM Base um zusätzliche Supply-Chain- und Nachhaltigkeitsfunktionen.
Der Combo Base User kombiniert die Berechtigungen von SAP Finance Base und SAP Supply Chain Base. Dieser Lizenztyp eignet sich für Mitarbeitende, die regelmäßig in beiden Fachbereichen arbeiten.
Der Operational User ist für Anwender vorgesehen, die ausgewählte Geschäftsprozesse bearbeiten, beispielsweise Verkaufsaufträge oder Bestellungen. Der Zugriff ist auf definierte operative Aufgaben beschränkt.
Self-Service User verfügen über einen eingeschränkten Funktionsumfang. Typische Anwendungsfälle sind:
Zeiterfassung
Genehmigungen
Self-Service-Beschaffungsanforderungen
Pflege eigener Daten
Dieser User Type ist häufig ausreichend für Mitarbeitende außerhalb der Kernprozesse.
Für Entwickelnde und technische Spezialisten gibt es den Developer User. Dieser umfasst unter anderem Berechtigungen für Embedded ABAP und SAP Build.
Die wichtigste Frage lautet nicht, in welcher Abteilung ein Mitarbeiter arbeitet, sondern welche Tätigkeiten er tatsächlich im System ausführt. Erst auf Basis der benötigten Aufgaben und Berechtigungen sollte der passende User Type ausgewählt werden.
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