KI verändert die SAP-Transformation. Doch bevor Unternehmen über Business AI, Cloud oder die nächste ERP-Modernisierung entscheiden, sollten sie eine grundlegendere Frage beantworten:
Wo wollen wir eigentlich hin?
Warum gerade für produzierende Unternehmen das Zielbild zum Ausgangspunkt einer kontinuierlichen Transformation werden sollte.
Unternehmen stehen dabei vor zwei unterschiedlichen, aber eng verbundenen Fragen: Welche Fähigkeiten brauchen wir in den kommenden Jahren, um unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln? Und wie holen wir aus unserer bestehenden SAP-Landschaft sowie geplanten Vorhaben den größtmöglichen Business Value? Spoiler vorweg: T.CON kann hier helfen. NAVIGATION unterstützt bei der ersten Frage, das Cloud Value Program bei der zweiten. Beide Angebote können aufeinander aufbauen – sie können jedoch ebenso eigenständig der passende Einstieg sein.
SAP-Transformation im KI-Zeitalter: Die richtigen Fragen beginnen früher
Die Management- und Technologieberatung BearingPoint hat kürzlich einen Beitrag veröffentlicht, der die SAP-Transformation im KI-Zeitalter neu einordnet. Ihre zentrale These: Neue KI-Funktionen oder eine technische ERP-Modernisierung reichen nicht aus. Unternehmen brauchen klare Verantwortlichkeiten zwischen Mensch und KI, belastbare Daten, neu gedachte Prozesse und Rollen, eine skalierbare Architektur und einen nachvollziehbaren Nutzen für jeden Anwendungsfall.
Diese Perspektive teilen wir.
Für produzierende Unternehmen stellt sich jedoch noch eine praktische Frage: Wo ist der sinnvolle Einstieg? Wenn die strategische Richtung noch geschärft werden muss, geht es zunächst um Zielbild und Prioritäten. Wenn Ziele und SAP-Vorhaben bereits feststehen, geht es darum, aus diesen Vorhaben den größtmöglichen Business Value zu machen.
SAP-Transformation ist damit weit mehr als eine ERP-Modernisierung. Clean Core, Prozesse, Daten, Architektur, Governance und KI-Fähigkeit müssen zusammenpassen, damit technologische Möglichkeiten auch im Betrieb Wirkung entfalten.
Wenn die Richtung offen ist: Zielbild und Prioritäten schärfen
Die Versuchung ist groß, Transformation von der Technologie her zu denken. S/4HANA steht an, eine Cloud-Strategie wird verlangt, neue KI-Funktionen erscheinen – also wird daraus das nächste Projekt.
Als Ausgangspunkt reicht das nicht aus. Entscheidend ist zuerst das Zielbild: Wo sollen Prozesse in drei oder vier Jahren stehen? Welche Fähigkeiten braucht die Organisation? Wo müssen Durchlaufzeiten sinken, Planung robuster oder Entscheidungen schneller werden? Erst daraus lässt sich ableiten, welche Veränderungen an Prozessen, Daten, Organisation und Technologie nötig sind.
NAVIGATION schafft damit Orientierung, bevor konkrete Technologieentscheidungen getroffen werden. Doch nicht jedes Unternehmen startet an diesem Punkt: Sind Zielbild, Prioritäten oder konkrete SAP-Vorhaben bereits definiert, kann die Weiterentwicklung der SAP-Landschaft direkt daran anknüpfen.
SAP-Transformation nach Business Value ausrichten
Das Cloud Value Program setzt dort an, wo Unternehmen ihre bestehende SAP-Landschaft und konkrete Vorhaben wertorientiert weiterentwickeln wollen. Es erarbeitet keine neue Unternehmensstrategie. Stattdessen nimmt es vorhandene Business- und Digitalziele, die aktuelle SAP-Landschaft und geplante Initiativen als Ausgangspunkt. Ziel ist es, die Maßnahmen zu identifizieren und zu priorisieren, die den größten Business Value liefern.
Wenn NAVIGATION zuvor Zielbild und Initiativen geschärft hat, fließen diese direkt in das Cloud Value Program ein. Es funktioniert jedoch ebenso als eigenständiger Einstieg, wenn Ziele oder Vorhaben bereits definiert sind.
Damit verschiebt sich auch die Frage nach Greenfield oder Brownfield. Beide bleiben wichtige Transformationspfade – aber sie sind nicht der Ausgangspunkt. Ob Conversion, New Implementation, Public oder Private Cloud: Der passende Weg ergibt sich aus den Geschäftszielen, der vorhandenen SAP-Landschaft und den geplanten Vorhaben. Das Cloud Value Program folgt einer einfachen Logik: Ziele und Ausgangslage klären, Landschaft analysieren, gezielt umsetzen – und anschließend messen, ob der erwartete Wert tatsächlich entstanden ist. Der Fokus liegt damit nicht auf technischer Transformation als Selbstzweck, sondern auf einer SAP-Landschaft, die messbaren Business Value liefert und sich kontinuierlich weiterentwickeln lässt.
Gerade in der Fertigung ist diese Logik entscheidend
Eine SAP-Entscheidung betrifft in produzierenden Unternehmen selten nur das ERP. Planung, MES und Shopfloor, Logistik, Qualität, Maschinen- und OT-Daten sowie branchenspezifische Abläufe greifen ineinander.
Ein Beispiel: Ein KI-Use-Case soll Produktionsabweichungen früher erkennen. Technisch kann das attraktiv wirken. Aber liefert er auch Wert? Sind die Daten verlässlich? Sind ERP, MES und Maschinenebene sauber verbunden? Ist definiert, wer auf eine Empfehlung reagiert? Und verbessert sich tatsächlich eine relevante Kennzahl wie Durchlaufzeit, Ausschuss oder Liefertreue?
Technologische Machbarkeit ist noch kein Business Case.
Deshalb analysiert das Cloud Value Program nicht nur Systeme. In Analyze & Design werden unter anderem Prozesse, Datenqualität, Custom Code und Clean Core, Integrationen sowie Transformationsszenarien betrachtet.
Daraus entsteht ein Transformationsdesign mit priorisierten Initiativen, Zielarchitektur, Roadmap und KPIs. Die entscheidende Frage lautet damit nicht: „Was können wir mit SAP jetzt noch alles machen?“ Sondern: „Welche nächste Maßnahme bringt unser Unternehmen dem Zielbild messbar näher?“
Der Go-live ist ein Meilenstein – nicht das Ende
Cloud-Services entwickeln sich kontinuierlich weiter. Neue SAP-Funktionen, Business AI und Automatisierung kommen hinzu. Gleichzeitig verändern sich Märkte und Anforderungen in der Produktion. Eine heute sinnvolle Zielarchitektur bleibt deshalb nicht automatisch über Jahre die richtige Antwort.
Das Cloud Value Program endet folgerichtig nicht mit der Implementierung. In „Measure & Evolve“ wird überprüft, welchen Business Value die Maßnahmen tatsächlich liefern. KPIs wie Prozessdurchlaufzeiten, Automatisierungsgrad oder IT-Kosten werden verfolgt, die Systemlandschaft erneut bewertet und die Roadmap angepasst. Neue SAP-Innovationen werden nicht einfach aktiviert, sondern erneut gegen Ziele und Nutzen geprüft.
Damit wird Transformation vom Projekt zum kontinuierlichen Steuerungsprozess.
Drei Fragen für die nächste Transformationsetappe
Für Unternehmen, die ihre ERP- oder MES-Landschaft weiterentwickeln, lassen sich daraus drei Fragen ableiten:
- Welches geschäftliche Zielbild wollen wir erreichen?
- Welche Veränderungen an Prozessen, Daten, Organisation und Technologie sind dafür wirklich notwendig?
- Woran messen wir nach der Umsetzung, ob die erwartete Wirkung eingetreten ist?
Wer diese Fragen beantworten kann, trifft auch Technologieentscheidungen anders. Greenfield oder Brownfield, Cloud-Modell, Clean Core oder KI werden nicht zum Selbstzweck, sondern zu Bausteinen einer nachvollziehbaren Transformationsroadmap.
Genau darin liegt aus unserer Sicht die nächste Stufe der SAP-Transformation: nicht möglichst viel verändern, sondern das Richtige – ausgehend vom Zielbild, priorisiert nach Business Value und mit einem klaren Blick darauf, was nach dem Go-live passiert.
Wo steht Ihre Transformation heute?
PS: Den Link zum BearingPoint Artikel finden sie hier.


